Tour mit Audiodeskription

Dauer: 45 Min.
Stationen:11
Ort:Kunstgebäude

Die Audioführung begleitet Sie mit Audiodeskriptionen der Kunstwerke an 11 Stationen durch die Ausstellung. Über das Menü können Sie die Sprache einstellen.

  • 01 Willkommen

  • 02 Katharina Grosse
    Ohne Titel

    Bei dem Objekt handelt es sich um das Faksimile eines kleinen, ausgeblasenen weißen Hühnereis. In sein unteres Ende ist ein Loch gebohrt, damit das Ei aufgestellt werden kann. 

    Das Ei misst etwa 6 Zentimeter in der Höhe und 4,8 Zentimeter im Durchmesser. Die Oberfläche ist unregelmäßig, im oberen Teil sind kleine, „pockenartige“ Erhebungen zu sehen. 

    Die untere Hälfte des Eis ist fast vollständig in leuchtendem Hell- und Dunkelblau gehalten – es erinnert an eine Wasserfläche. Darüber sind ungleichmäßige Farbflächen in Rot, Braun, Orange und Ockertönen verteilt. An einigen Stellen verläuft das rote Farbfeld und bildet tropfenartige Spuren, die eine Verbindung zu einer braunen Farbfläche herstellen. Eine unbemalte weiße Zone trennt die Farbflächen. Hier sind sichtbare Fingerabdrücke in Braun- und Ockertönen zu sehen. 

    Die Farben wurden mit Filzstiften aufgetragen, wodurch die Striche teils kräftig und dynamisch, teils zart und verwischt wirken. Durch die Rundung des Eis verändert sich die Komposition je nach Blickwinkel.

  • 03 Katharina Grosse
    Ghost

    Bei »Ghost« handelt es sich um eine monumentale, längliche Skulptur aus weißem Styropor. Sie misst etwa 2 Meter in der Höhe, 15 Meter in der Länge und 4 Meter in der Tiefe. Die Form wirkt organisch, fast wie eine natürliche Felsformation oder ein Eisschollenfeld mit unregelmäßigen Erhebungen und tiefen Einschnitten.

    Die Oberfläche ist strukturiert, mit sichtbaren Schnittspuren und Bruchkanten, die an abgetragenes Gestein erinnern. Einige Bereiche sind glatt, andere weisen eine poröse, aufgeraute Textur auf. Trotz ihrer massiven Ausdehnung wirkt die Skulptur durch das Material vergleichsweise leicht.

    »Ghost« ruht direkt auf dem Boden und breitet sich wie eine Barriere im Raum aus. Seine Größe und unregelmäßige Form lassen das Kunstwerk als Hindernis erscheinen, das umgangen werden muss. Die Skulptur ist unbemalt, wodurch die Struktur und das Material in den Vordergrund treten.

  • 04 Katharina Grosse
    The Sprayed Dear

    »The Sprayed Dear« ist eine großformatige, farbintensive Installation, die sich über eine wellenförmige Aluminiumplastik und den gesamten Boden des Kuppelsaals erstreckt. Die Plastik, etwa drei Meter hoch und 15 Meter lang, erinnert in ihrer geschwungenen Form an eine Haarlocke oder eine aufgeworfene Welle. Ihre Oberfläche ist mit leuchtenden Acrylfarben besprüht, die sich in kräftigen, fließenden Farbverläufen über das Metall ziehen.

    Der Boden des Saals ist ebenfalls bemalt, wodurch sich das Kunstwerk über die gesamte Fläche des Raums erstreckt. Die Farben scheinen ineinanderzulaufen, überlagern sich und erzeugen einen vielschichtigen, dynamischen Effekt.

    Durch ihre Größe und Farbgewalt verändert die Installation den gesamten Raum. Die Besucherinnen und Besucher bewegen sich innerhalb der Malerei, deren Wirkung sich je nach Standort verändert.

  • 05 Das Kunstgebäude

  • 06 Katharina Grosse
    Ohne Titel

    Vor Ihnen erstreckt sich ein großflächiges Polyptychon – eine mehrteilige, aus mehreren Platten zusammengesetzte Wandarbeit. Das Werk ist mehr als dreieinhalb Meter hoch und über sieben Meter breit. 

    Das Kunstwerk besteht aus robusten Schichtholzplatten, die mit Acrylfarbe besprüht wurden. Die Farbaufträge sind dynamisch, in mehreren Schichten übereinandergelegt, teils fließend, teils abrupt abgesetzt. Es dominieren helle, kräftige Töne wie Hellblau, Hellgrün und Gelbschattierungen, die mit dunkelblauen und dunkelrot-bräunlichen Akzenten kontrastieren. Die Oberfläche weist Unterschiede in der Farbverteilung auf – einige Bereiche sind komplett mit Farbe überzogen, während andere mehr von der gemaserten Holzstruktur freigeben.

    Die Einzelplatten sind nicht bündig angeordnet, sondern versetzt, was dem Werk durch den Schattenwurf eine Tiefendimension verleiht. Durch die Teilung der Bildfläche verändert sich die Wahrnehmung der Farben und Formen je nach Standpunkt und Lichteinfall.

  • 07 Katharina Grosse
    Ohne Titel

    In etwa fünf Metern Höhe ist an der Wand des Raums eine monumentale, unbemalte Leinwand befestigt. Die rund fünf Meter breite Leinwand entfaltet sich mit einer Länge von mehr als sieben Metern in den Raum.

    Anders als in vielen Arbeiten von Katharina Grosse, in denen Farbe dynamisch über Wände, Objekte und Böden hinwegfließt, bleibt diese Leinwand vollkommen weiß. 

    Die große, dreidimensionale Struktur ist nicht flach oder gleichmäßig gespannt. Stattdessen faltet, wölbt und biegt sie sich, sodass das Licht über ihre Oberfläche wandert und feine Schatten entstehen.

  • 08 Katharina Grosse
    Ohne Titel

    Das Werk misst 46 mal 39 Zentimeter und besteht aus einer rechteckigen Platte aus Polyethylen, einem leichten, flexiblen, wachsartigen Kunststoff. Die Oberfläche ist unregelmäßig und weist Vertiefungen auf. Auch die Ränder sind nicht vollkommen gerade, einige Kanten wölben sich leicht nach außen.

    Die Farbgestaltung ist dynamisch: Ein intensiver, leuchtender Rosaton dominiert das Zentrum und verläuft unregelmäßig über die Fläche. Die Farbe ist an manchen Stellen kräftig aufgetragen, während sie in anderen Bereichen transparent erscheint. Neben Rosa sind auch dunklere Töne wie Rot, Violett und vereinzelte Spuren von Blau zu erkennen. Diese dunkleren Farben verlaufen stellenweise ineinander oder sind als einzelne, deutliche Akzente aufgebracht.

    In einigen Bereichen wirkt die Farbe pastös, mit sichtbaren Erhöhungen und Verdickungen. Andere Stellen zeigen feine Sprenkel und dünne Farbspuren. Die Ränder sind nicht durchgehend bemalt, an manchen Stellen bleibt der helle Untergrund aus Polyethylen sichtbar.

  • 09 Katharina Grosse
    Ohne Titel

    Das rechteckige Gemälde misst 60 cm in der Höhe und 50 cm in der Breite. Es zeigt eine vertikale Komposition aus unterschiedlich breiten, parallel verlaufenden Streifen und ovalen Formen.

    Die Farbtöne bewegen sich überwiegend im grünen Farbspektrum, mit Abstufungen von dunklem Waldgrün bis zu hellen, fast gelblichen Nuancen. Einige Streifen erscheinen transparent und lassen darunterliegende Farbschichten durchscheinen. Die ovalen Formen sind weich begrenzt und wirken teilweise übermalt oder ausgespart.

    Der Pinselduktus ist deutlich sichtbar, mit dicken, mal streifigen, mal glatten Farbaufträgen. An manchen Stellen treten Farbränder hervor, was eine zusätzliche Tiefe erzeugt. Der Gesamteindruck ist ruhig, mit einer sanften Bewegung durch die geschichteten Farbflächen.

  • 10 Katharina Grosse
    Ohne Titel

    Das Objekt ist klein und kompakt, etwa handgroß mit einer Seitenlänge von fünf mal zwölf Zentimetern und einer Höhe von etwa acht Zentimetern. Es hat eine unregelmäßige, leicht glänzende Oberfläche. Diese ist in einem satten Grünton bemalt, doch darunter schimmert eine ältere türkise oder blaue Farbschicht hervor. Besonders an Kanten und Vertiefungen tritt diese wieder zutage.

    Die grüne Farbe wirkt ungleichmäßig aufgetragen – stellenweise deckend, an anderen Stellen verwischt oder abgerieben. Die Seiten des Objekts hingegen sind unbemalt und zeigen das natürliche, wachsartige Material. Die Oberfläche trägt Spuren der Bearbeitung: kleine Vertiefungen, Erhebungen und abgeriebene Bereiche, die das Licht unterschiedlich reflektieren. Je nach Perspektive changiert das Grün zwischen Moos- und Blautönen.

    Das Objekt wirkt haptisch ansprechend, als würde es sich sanft in die Hand schmiegen. Das Zusammenspiel von abgenutzter Farbe und unregelmäßiger Oberfläche lässt das Objekt wirken, als sei es über lange Zeit geformt oder gealtert.

  • 11 Katharina Grosse
    Ohne Titel

    Die Plastik besteht aus Bronze und misst 75,5 cm in der Höhe, 138 cm in der Breite und 57 cm in der Tiefe. Ihre Form ist vielschichtig, mit scharfkantigen, ausladenden Spitzen, die in verschiedene Richtungen zeigen. Die Oberfläche ist uneben, mit Falten, Kanten und Brüchen, die an zerklüftete Gesteinsformationen erinnern.

    Die gesamte Plastik ist mit Acrylfarbe besprüht, wodurch ein intensives Farbspiel entsteht. Leuchtendes Gelb, Grün und Rot wechseln sich mit tiefem Blau, Lila und Schwarz ab. Die Farben verlaufen in Streifen und überlagern sich, teils mit sanften Übergängen, teils mit scharfen Kontrasten. Die Farbe folgt der Struktur der Bronze und betont deren Kanten, wodurch eine zusätzliche Tiefenwirkung entsteht.

    Die Bronzeplastik steht frei im Raum und scheint sich durch ihre dynamische Form nach außen zu bewegen.