Audiotour für blinde und sehbehinderte Menschen

Dauer: 20 Min.
Stationen:3
Ort:Alte Staatsgalerie

Die Audioführung begleitet Sie mit Audiodeskriptionen der Kunstwerke und Musik an 3 Stationen durch die Malerei der Frührenaissance in Venedig. Über das Menü können Sie die Sprache einstellen.

  • 201 | Vittore Carpaccio
    Der hl. Thomas von Aquin mit den Hll. Markus und Ludwig von Toulouse

    Die Altartafel ist mehr als zweieinhalb Meter hoch und fast zwei Meter breit. Die intensiven Farben sind auf Pappelholz aufgebracht. Das Gemälde befindet sich seit 1852 im Besitz der Staatsgalerie Stuttgart.

    Das Hochformat zeigt drei Männer und einen knienden, etwa zwölfjährigen Jungen unter einem wolkenreichen Himmel mit Maria und Christuskind. 

    Die Himmelsszene nimmt das obere Drittel des Bildraumes ein, der nach oben bogenförmig abschließt. Umgeben von einem goldenen Schein hält die Gottesmutter ihren nackten kindlichen Sohn. Der blickt herab, die Rechte zum Segen erhoben. Um die beiden schweben Engel. Nur ihre Köpfe und Flügel ragen aus den graublauen Wolken. Darunter spannen vier Engel mit größeren Flügeln ein schmales rotes Tuch quer über das Bild. Es trennt den Himmel vom irdischen Geschehen im unteren Teil des Gemäldes. 

    Der wird von den drei Männern und dem Jungen eingenommen. Die Gruppe befindet sich in einem Raum mit zwei Rundbogenfenstern, durch die eine Hügellandschaft vor einer Gebirgskette zu sehen ist. Zwischen den Fenstern, im Zentrum des Bildes, thront einer der Männer auf einem Podest. Er trägt ein weißes Gewand, darüber einen Mantel und einen Überwurf mit Kapuze in Schwarz. Der Mönch, es ist der Heilige Thomas von Aquin, sitzt hinter einem Pult, auf dem ein dickes aufgeschlagenes Buch liegt. Seine Linke ruht darauf, die Rechte hat er erhoben. Der ausgestreckte Zeigefinger weist nach oben zum Himmel. 

    Das kniehohe Podest hat zwei Türen. Die linke ist weit geöffnet, an der rechten, halb geschlossenen, steckt ein Schlüssel. Ein weiterer hängt daran. Im Inneren des Podestes liegt ein Bücherstapel. 

    Links neben Thomas von Aquin steht ein Mann mit dunklem Vollbart, der Heilige Markus. Er trägt ein rotes, langes und faltenreiches Gewand. Ein blaugrünes Tuch ist um Schulter und Hüften geschlungen. Seine bloßen Füße stecken in Sandalen. Der Heilige hält ein aufgeschlagenes Buch und blickt konzentriert zu dem Mann auf der rechten Seite. 

    Der Mann rechts, Ludwig von Toulouse, trägt eine Mitra und einen rot-gold gemusterten Umhang über einem weißen, rot gesäumten Gewand, das ihm bis über die Füße fällt. In seiner linken hält er einen Krummstab, in der Rechten ein aufgeschlagenes Buch. Der Bischof zeigt die bedruckten Seiten dem Heiligen Markus. Rechts neben Ludwig von Toulouse, zu Füßen des Thomas von Aquin, kniet der Junge in einem blauen, fellgesäumten Mantel. Er ist in der Art eines Stifterporträts dargestellt, hat die Arme vor der Brust gekreuzt und blickt zu Thomas von Aquin hinauf. 

    Auf dem Boden, mittig am unteren Bildrand, befindet sich ein gemalter Zettel mit der Signatur des Künstlers und der Datierung in Latein.

  • 202 | Vittore Carpaccio
    Martyrium des hl. Stephanus

    Dieses Gemälde aus dem Bestand der Staatsgalerie Stuttgart hat eine Höhe von etwa 150 Zentimetern und ist 170 Zentimeter breit. Das Querformat ist mit Ölfarben auf Leinwand gemalt.

    Das Bild zeigt im Vordergrund eine Ansammlung von Männern, von denen einige faustgroße Steine in den Händen halten. Ein paar zielen auf einen knienden Mann mit Heiligenschein. Im Hintergrund erhebt sich links eine Stadt neben einer Gebirgslandschaft, die in abendliches Licht getaucht ist. 

    Vor den bewaldeten Bergen kniet mittig am rechten Bildrand Stephanus, der Mann mit Heiligenschein. Mit erhobenen Händen blickt er in den Himmel auf eine Erscheinung. Diese ist als gold-orange Fläche, umgeben von grauen Wolken, in der rechten oberen Bildecke dargestellt. Stephanus hat schulterlange gewellte hellbraune Haare. Er trägt eine reich verzierte, rot-gold durchwirkte Tunika über einem weißen Untergewand. Die goldenen Kreuze auf der Tunika sowie eine rote Stola mit goldenem Kreuz über seinem linken Handgelenk kennzeichnen ihn als christlichen Diakon.

    Um Stephanus stehen einige Männer mit Turbanen, gegürteten Gewändern und Stiefeln. Sie heben Steine auf oder haben sie zum Wurf erhoben. Auf einer Anhöhe in ihrer Mitte steht ein Mann, der nur von hinten zu sehen ist und mit ausgestrecktem Arm nach rechts auf Stephanus deutet. In seinem Rücken, in der linken unteren Bildecke, drängen sich Männer mit langen Bärten und drei Soldaten. Diese tragen Brustpanzer und Langschwerter oder Hellebarden. Einer der Soldaten hat verschiedenfarbige enge Beinkleider mit unterschiedlichen Mustern an. 

    In seiner Nähe, links unten im Bild, sitzt ein Mann in langer roter Hose und schwarzem Wams auf dem Boden. Auf dem Kopf trägt auch er einen Turban. Es handelt sich um Saulus, der später nach seiner Bekehrung zum heiligen Paulus werden wird. Saulus blickt - wie Stephanus - in den Himmel zu der gold-orangen Erscheinung. 

    Links oben im Bild bedecken die eng aneinander stehenden Häuser der Stadt eine Hügelkuppe. Türme ragen in den blauen Himmel darüber. Die Stadt ist ringförmig von einer hohen Mauer umgeben. Aus einem Torbogen links strömen Menschen auf einem Weg aus der Stadt. Einige reiten auf Pferden. Andere sind stehen geblieben und blicken in Richtung der um Stephanus versammelten Männer.

  • 203 | Giovanni Bellini und Werkstatt
    Maria mit Kind

    Das Hochformat ist knapp 80 Zentimeter hoch und fast 50 Zentimeter breit. Es ist mit Ölfarben auf Pappelholz gemalt. Das Andachtsbild ist im Besitz der Staatsgalerie Stuttgart. 

    Dargestellt ist Maria hinter einer niedrigen Brüstung sitzend. Sie hält ihren nackten Sohn, der darauf steht. 

    Mutter und Kind bilden das Zentrum des Gemäldes. Maria trägt einen faltenreichen blauen Mantel, darunter ein violett-changierendes Gewand mit enganliegenden Ärmeln. Über Kopf und Haaren liegt ein weißes Tuch mit Goldborte, das vor der Brust verschlungen ist. Maria hat den Kopf leicht zu ihrer linken Seite geneigt und blickt die Betrachtenden direkt an. Sie hat feine Gesichtszüge, braune Augen, eine kleine Nase mit einem geraden langen Nasenrücken und einen kleinen Mund.

    Das Jesuskind steht schräg vor Maria auf der braun-gemaserten Brüstung. Sein Kopf befindet sich auf Höhe ihrer Halsbeuge. Marias rechte Hand liegt auf der Brust des Sohnes. Der greift mit seiner rechten Hand ihren Daumen und betastet mit der Linken ihren Handrücken. Der Blick des Kindes ist nach unten gerichtet und sein Kopf leicht nach vorn geneigt. Rotblonde Löckchen umrahmen das rundliche Gesicht mit den rosigen Wangen. 

    In ihrer linken Hand, im Rücken des Kindes, hält Maria eine goldene Birne zwischen Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger. Der Stiel der Frucht zeigt nach oben. Der goldene Schimmer der Birne lässt Teile ihrer Handinnenseite und Finger ebenfalls golden erscheinen. 

    Dreiviertel des Hintergrundes sind von einem leuchtend roten Vorhang mit feiner Goldborte bedeckt. Am linken Bildrand gibt er den Blick auf eine Stadt mit Türmen und Kuppeldächern hinter einer Mauer mit Zinnen frei. Die Stadt ist in eine bewaldete Hügellandschaft eingebettet. Der Himmel über den Hügelkuppen ist weiß und wird zum oberen Bildrand hin blau. 

    In goldenen Buchstaben hat der Maler seine Signatur an der Brüstung mittig am unteren Bildrand angebracht. Auf dem dunklen Untergrund steht: Ioannes Bellinus.